Interkulturelle Ernährungbildung

„Ein Vorurteil ist schwerer zu spalten als ein Atom.“ Albert Einstein

Wie die Menschen essen, unterscheidet sich manchmal sehr voneinander. Dafür genügt oft schon der Blick über den eigenen Tellerrand auf den des Nachbarn oder den einer anderen Generation. Essen ist weit mehr als die reine Nährstoffaufnahme: Menschen essen Mahlzeiten und Speisen nach bewussten oder unbewussten sozialen Mustern. Unser Essverhalten wird eher durch Emotionen, Werte und Erfahrungen beeinflusst als nur durch Ernährungswissen oder den Verstand.

Was für den einen ganz selbstverständlich ist, entspricht in vielen Kulturen nicht den Normalitätserwartungen. Am Beispiel der Esskultur wird deutlich, wie sehr sich die kulturelle, soziale und persönliche Identität über das Essen ausgestaltet. Welche Lebensmittel sind tabu? Was wird gegessen? Wie verhält man sich bei der Mahlzeit?

Die Förderung und Entwicklung von interkultureller Kompetenz und die Wahrnehmung der eigenen „kulturellen Brille“ haben einen hohen Stellenwert in einer sich ständig weiterentwickelnden Gesellschaft und stellen einen zentralen Baustein in der interkulturellen Öffnung dar.

Interkulturalität in der KiTa

Im Laufe der frühen Kindheit verinnerlichen Kinder die erlebte gesellschaftliche Wirklichkeit und speichern die Einstellungen, Werte, Konzepte und Deutungsmuster als „subjektive“ Wahrheit. Der Kindertagesstätte kommt dabei eine besondere Bedeutung in der Vermittlung von interkultureller Kompetenz zu, da hier viele Kulturen aufeinandertreffen und einen gemeinsamen Alltag erleben.

Der Umgang mit der kulturellen Vielfalt bietet einerseits viel Potential, da Kinder und Erwachsene gleichermaßen voneinander lernen können. Andererseits bergen interkulturelle Differenzen in der Bewertung von Nahrungsmitteln und Speisen auch Herausforderungen, denen adäquat begegnet werden muss.

Die DGE-Sektion Niedersachsen setzt sich intensiv mit diesem Thema auseinander und bietet mit verschiedenenen Angeboten wie Seminare oder Foren auf Tagungen die Möglichkeit sich mit diesem Thema näherzu beschäftigen. In diese Angebote fließen die Erfahrungen des Projekts „Zu Gast in anderen Küchen“ ein.

Veranstaltungen der DGE-Sektion Niedersachsen

Fachtagung 9. Tischlein deck dich „Kommunikation über Essen und Bewegung in der KiTa“ am 25.Juni 2019, 10:00-16:00 Uhr, Osnabrück

Seminar „Interkulturelle Ernährungsbildung in Tageseinrichtungen für Kinder“ am 11. September 2019, 8:30-16:00 Uhr, Hannover


Interkulturelle Ernährungsbildungsprojekt zur Förderung der Integration von zugewanderten Mitbürgerinnen  

Die Sektion Niedersachen etablierte mit „Zu Gast in anderen Küchen“ ein interkulturelles Bildungsprojekt, das sich an Multiplikator*innen Bildungseinrichtungen, Entscheider und Kommunen richtete. Mit Hilfe des Projekts sollte die Verständniskultur zwischen den Menschen mittels „Essen und Trinken“ sowie eine kultursensible Ernährungsbildung gefördert werden. Im Fokus stand Distanzen und Vorurteile abzubauen und die Akzeptanz für kulturelle Unterschiede zu.

Fokusgruppe, Fachtagung und Kurzfilm

Im Rahmen der Projektlaufzeit von November 2016 bis März 2018 wurden daher in Fokusgruppen-Gesprächen Anforderungen und Bedürfnisse von Menschen erfragt, die aktiv mit Geflüchteten arbeiteten. Anregungen aus den Gesprächen flossen bei der Erstellung eines Social Spots (Kurzfilm) ein, der ein Kernelement des Projekts darstellte und auf einer Fachtagung im November 2017 Premiere gefeiert hat.

Auf der Projekt-Homepage www.zugastinanderenkuechen.de finden Sie alle Informationen zum Projekt und können sich den Film in verschiedenen Varianten herunterladen.


Rezept "Gefüllte Aubergine  mit Bulgur-Gemüse und Kichererbsen"

Dieses Rezept und einige mehr interkulturelle Rezepte finden Sie hier


Social Spot (Kurzfilm)

Social Spot: Ein Kurzfilm bringt Menschen kulturübergreifend in Kontakt