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Private Ernährungsnotfallvorsorge in Krisenzeiten

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. - Sektion Niedersachsen

Warum es für jeden von uns wichtig ist!

Es müssen nicht die großen Krisen der letzten Jahre sein (z.B. die Corona-Pandemie, Extremwetter, Energieengpässe, Kriege), sondern lokale Stromausfälle wie in Berlin, die zeigen, dass es beispielsweise durch eingeschränkte Belieferung der Supermärkte zu Versorgungsengpässen kommen kann. Bis staatliche Maßnahmen greifen können, müssen Haushalte die erste Zeit überbrücken können. Die private Ernährungsnotfallvorsorge hat daher das Ziel, dass Haushalte in den ersten 3 bis 10 Tage den Bedarf an Lebensmitteln und Trinkwasser selber decken können.

Der Notfall-Monitor Niedersachsen informiert zentral über Krisen, Gefahrenlagen und wichtige Warnhinweise in Niedersachsen. Nutzerinnen und Nutzer erhalten dort schnelle Orientierung, konkrete Verhaltensempfehlungen und Tipps zur eigenen Vorsorge. Außerdem bündelt die Plattform Informationen von Behörden und Kommunen und verweist auf Hilfen, Warn-Apps und wichtige Kontakte. Damit hilft der Notfall-Monitor, sich frühzeitig vorzubereiten und im Ernstfall sicher und informiert zu handeln.

Wie soll der Vorrat an Lebensmittel und Getränken aussehen?

Etwa 2.200 Kilokalorien pro Tag und erwachsene Personen sollte zugrunde gelegt werden. Der Vorrat sollte aus leicht lagerfähige, lange haltbare und möglichst bedarfsgerechte Lebensmittel und Getränke bestehen, die den normalen Ernährungsgewohnheiten des Haushaltes entsprechen.

Dazu gehören:

  • Getränke
  • Getreide, Brot, Kartoffeln (z.B. Nudeln, Reis, Haferflocken, Knäckebrot, Vollkornbrot in Dosen, Kartoffelpüreepulver)
  • Gemüse und Hülsenfrüchte (z.B. haltbares Gemüse (Konserven/Gläser), Tomatenprodukte, getrocknete oder eingemachte Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen, Bohnen)
  • Obst, Nüsse (z.B. haltbares Obst (Konserven/Gläser), Nussmischungen oder Nussmus)
  • Milchprodukte und Eiweißquellen (z.B. H-Milch, haltbare Milchalternativen, Hülsenfrüchte, Dosenfisch/-fleisch)
  • Öle, Jodsalz, Gewürze, Zucker u.ä.

Sie möchten Ihren persönlichen Vorrat berechnen? Dann nutzen Sie den Vorratsrechner des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimt (BMLEH).

Cover des Ratgebers "Vorsorgen für Krisen und Katastrophen". Eine Frau leuchtet im Dunkeln mit einer Taschenlampe zum Vorratsschrank gefüllt mit Wasser, Radio, Batterien und Erste-Hilfe-Set.

©BBK

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) stellt einen Ratgeber zur Verfügung, der Vorbereitungs- und Handlungsempfehlungen ebenso wie Checklisten für verschiedene Notsituationen zusammenfasst. Er kann auf der Webseite des Bundesamtes kostenfrei und barrierearm heruntergeladen werden.

Mehrere Einmachgläser mit eingelegten Gurken in Wasser.

©Lipysha/Bigstock.com

Was ist noch wichtig?

  • Alltagstauglichkeit: Überwiegend Lebensmittel auswählen, die den Ernährungsgewohnheiten entsprechen und im Alltag regelmäßig verwendet werden. So können die Lebensmittel, wenn sie nicht gebraucht wurden, in den normalen Haushalt einfließen. Das rollierende System, in dem die ältesten Lebensmittel verwendet und durch frische ersetzt werden, sorgt dafür, dass nichts weggeworfen werden muss.
  • Auswahl nach Energie- und Wasserbedarf: Im Vorrat sollten auch Lebensmittel enthalten sein, die bei Stromausfällen ohne Zubereitung verzehrt oder mit wenig Energie zubereitet werden können und keine Kühlung benötigen.
  • Lagerung: Die Vorräte kühl, trocken, dunkel und vor Schädlingen geschützt lagern.
  • Besondere Bedürfnisse: Benötigen im Haushalt lebende Menschen besonders angepasste Lebensmittel (bei chronischen Erkrankungen, Säuglinge, ältere Menschen mit Beschwerden), dann müssen diese ausreichend bevorratet werden.
  • Ergänzend: Neben Lebensmittel und Wasser (auch für Hygienemaßnahmen) sollte die Vorsorge auch Taschenlampe, Batterien, einfache Kochmöglichkeiten (z.B. Campingkocher), Hygieneartikel und ggf. Medikamente enthalten.

Gut abgesichert in Niedersachsen

Der Bund und die Länder entwickeln gemeinsam Strategien, damit die Bevölkerung in Krisenzeiten mit Lebensmitteln versorgt werden. In Niedersachsen ist dazu das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) aktiv sowie die Landkreise und kreisfreien Städte.

Welche Maßnahmen von staatlicher Seite getroffen werden, können auf dem gemeinsamen Portal von Bund und Ländern eingesehen werden. Sie enthält viele weitere hilfreiche Informationen.

Die Ernährungsvorsorge wird in Niedersachsen kontinuierlich beobachtet und mit Bund und Handel eng abgestimmt wird. Es finden beispielsweise regelmäßige Gespräche mit großen Handelsketten und der Ernährungswirtschaft statt.

Welche praxistauglichen Instrumente im Krisenfall auf Landesebene wirksam sein können, das greift das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Projekt „Kritische Infrastruktur Ernährung“ auf. So sollen vorhandene Abläufe effizienter koordiniert, die Kommunikation zwischen den behördlichen und den privatwirtschaftlichen Akteuren der Ernährungswirtschaft verbessert und damit das Land handlungsfähiger werden.

Titelbild zum Podcast "Zu Tisch, bitte!" von der DGE Sektion Niedersachsen

Ein gemeinsamer Podcast der DGE-Sektion und der Vernetzungsstelle Seniorenernährung NI

Sonderstaffel des Podcast „Zu Tisch, bitte!“

Wie krisenfest ist unsere Lebensmittelversorgung und wie gut sind wir selbst vorbereitet? In unserer dreiteiligen Sonderstaffel zur Ernährungsnotfallvorsorge sprechen wir mit Fachleuten aus Politik, Verwaltung und Praxis über Herausforderungen, Lösungen und konkrete Handlungsmöglichkeiten. Es geht um Verantwortung, Zusammenhalt und die Frage, warum schon kleine Vorsorgeschritte einen großen Unterschied machen können.

Folge 1
Ernährungssicherheit im Krisenfall – Aufgaben vom Bund und Land

Was passiert, wenn plötzlich der Strom weg ist, das Wasser nicht mehr aus dem Hahn kommt und die Supermarktregale leer bleiben? Gemeinsam mit Carola Persiel aus dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz werfen wir zunächst einen Blick darauf, welche Verantwortung Bund und Länder im Krisenfall tragen, wie Bundesreserven und gesetzliche Rahmenbedingungen greifen und ab wann von einer „Versorgungskrise“ gesprochen wird. Gleichzeitig geht es um die Lücke, die bleibt, bis staatliche Maßnahmen wirken – und darum, wie jede und jeder von uns zu Hause vorsorgen kann.

Folge 2
Vor Ort im Ernährungskrisenfall: Vom Notfallmonitor bis Notfall-Warenkorb in der Gemeinschaftsverpflegung

In dieser Folge unserer Sonderstaffel zur Ernährungsnotfallvorsorge (ENV) schauen sprechen darüber, welche Rolle die Gemeinschaftsverpflegung spielt, wie ein Notfall-Warenkorb für Kitas, Schulen und Pflegeheime aussehen kann, und warum gerade vulnerable Gruppen – von Pflegebedürftigen bis zu Menschen ohne eigene Wohnung – besondere Aufmerksamkeit brauchen. Außerdem im Gespräch: Michael Haase vom Land Niedersachsen über den neuen Notfallmonitor, und ein Blick auf die wachsende Bedeutung von Disaster Nurses.

Folge 3
Private Ernährungsnotfallvorsorge – Was jeder Einzelne von uns tun kann und wissen sollte!

In dieser 3. Folge unserer Sonderstaffel schauen wir auf die private Ernährungsnotfallvorsorge in den eigenen vier Wänden. Warum hakt es bei uns noch? Es geht es darum, wie man sensibilisiert, ohne Angst zu machen, welche Lösungsansätze es schon gibt – und woran wir noch arbeiten müssen. Dabei schauen wir besonders auf die vulnerablen Gruppen. Ein Notfall-Warenkorb ist nämlich kein Einheitsrezept. Jeder braucht seine eigene, alltagstaugliche Lösungen. Kleine Schritte, die im Ernstfall einen großen Unterschied machen können.

 

DGE-Sektion Niedersachsen
Nach der Corona-Pandemie haben wir uns in den beiden Folgen  „Ernährungsverhalten –  wieso, weshalb, warum?“ und „Nudeln, Mehl, Hefe und Öl?! Ernährungsverhalten in Krisenzeiten“ angeschaut, was das Ernährungsverhalten beeinflusst und wie es sich in Krisenzeiten verändert.

©ZEHN

ZEHN-Medienpaket | Kleiner Vorrat. Große Sicherheit. Für alle Fälle gut vorbereitet!

Eine gute Vorratshaltung schafft Sicherheit im Alltag. Mit dem neuen Vorratsplaner bietet das ZEHN praktische Unterstützung für eine unkomplizierte Ernährungsvorsorge.

Neben Checklisten und Einkaufshilfen enthält das umfangreiche und gut aufbereitete Material auch Rezeptideen und hilfreiche Hintergrundinformationen. Das kostenlose Angebot richtet sich an Privatpersonen ebenso wie an Kommunen, Vereine und weitere Multiplikator*innen.

Der Vorratsplaner ist unter www.zehn-niedersachsen.de/vorsorge verfügbar und kann auf Wunsch auch als Printversion über info@zehn-niedersachsen.de bestellt werden.

Folgende Materialien können bestellt werden:

  • Kartenset zum Vorratscheck (9 Postkarten (DIN A6), gelocht und mit einem Ring verbunden sind, einzelne Postkarten entnehmbar, von Vorrats-Checklisten, Einkaufsplänen bis Rezeptideen)
  • 19 fertige Beiträge für Soziale Medien (Themen/Empfehlungen aufgearbeitet aus dem Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ des BBK, ergänzt  wurden durch weiterführende Quellen)
  • Materialien für die Pressearbeit

Stöbern Sie gerne hier:

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. - Sektion Niedersachsen

Portal des Bundes und der Länder zur Ernährungsnotfallvorsorge mit Vorratsrechner, Checklisten, Flyer und Videos

Webseite des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit Flyern, Checkliste und vielen Tipps